Die Kalligraphie des Enso verkörpert Leerheit und Vollendung.

Die Kalligrafie des Enso verkörpert Leerheit und Vollendung.

Vor ein paar Jahren saß ich im Zengarten des Botanischen Instituts der Uni Hamburg und döste in der Sonne. Plötzlich landete eine Libelle auf meinem Knie und verweilte dort. Ich ließ sie dort sitzen und beobachtete sie interessiert. Sie flog erst nach ein paar Minuten weg, kam dann aber immer wieder und ließ irgendwann entspannt ihre Flügel absinken, während sie auf meinem Knie ausruhte. So zog sich das ca. eine Stunde lang hin. In dieser Zeit der Kontemplation wurde ich innerlich ganz ruhig und in sanfter Aufmerksamkeit eins mit diesem Lebewesen. Zurück betrachtet hatte ich eine Art kleine Erleuchtung. Ich lächelte und stellte mir vor, mit ihr auf eine Flugreise durch den Zengarten zu gehen und fühlte eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und all ihren wundervollen Lebewesen.

Jüngst hörte ich die Geschichte vom Ursprung des Zen, in der Buddha Shakyamuni eine seiner berühmten Predigten vor einer Schar von Jüngern hielt.

Statt zu reden hielt Buddha schweigend eine Blüte in die Höhe und nur sein Schüler Mahakashyapa verstand die Geste unmittelbar als zentralen Punkt in der Lehre Buddhas und lächelte.

Der Kreis schließt sich nun für mich… im Zen.

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